Claude Design in 12 Schritten — Cheat-Sheet für Lehrpersonen
Was Claude Design ist
Anthropic hat mit Claude Design ein Tool veröffentlicht, das auf den ersten Blick wie ein KI-Designtool aussieht — und auf den zweiten ein Werkzeug für Lehrpersonen ist. Aus einer textlichen Beschreibung wird ein druckbares Arbeitsblatt, ein klickbarer Quiz-Prototyp oder eine Slide-Deck-Skizze. In zwanzig Minuten ein erstes Layout, das ich danach mit Inline-Kommentaren verfeinere.
Im Unterschied zu klassischen Layout-Tools wie Word oder Canva muss ich kein Design beherrschen. Ich beschreibe, was ich brauche — Claude liefert die Form. Die zwölf Schritte unten beschreiben, wie das im Alltag aussieht.
Etappe I — Setup (3 Schritte)
01 Einloggen. Claude Design ist separat von Claude.ai erreichbar. Ein Pro-Abo (ab ca. 20 $/Mt.) ist Voraussetzung. Wer Claude im Schulkontext nutzt, hat das oft sowieso.
02 Eigenes Design-System anlegen. Beim ersten Aufruf hinterlege ich Schulfarben, Logo und Lieblings-Fonts. Alle Projekte erben das automatisch. Einmal-Investition: 15 Minuten. Ergebnis: jedes Arbeitsblatt sieht aus wie aus einem Guss, ohne dass ich daran denken muss.
03 Kontext hochladen. Screenshots bestehender Arbeitsblätter, Lehrplan-Auszüge, Beispiele aus Lehrmitteln. Je mehr Referenzmaterial, desto näher kommt der erste Wurf an meine Vorstellung.
Etappe II — Erstellen (5 Schritte)
04 Optional: Codebase verlinken. Für interaktive Prototypen relevant. Für Arbeitsblätter überflüssig — überspringen.
05 Guten Prompt schreiben. Vier Bestandteile: Ziel, Layout, Inhalt, Zielgruppe. «Ein A4-Arbeitsblatt zur Photosynthese, zwei Spalten, links Theorie, rechts Aufgaben, für die 8. Klasse Sekundarschule.» Vage Wünsche wie «mach was Schönes» enden in beliebigen Layouts.
06 Rückfragen beantworten. Claude fragt nach. Niveau, Farbton, Format. Präzise antworten — jede unklare Antwort kostet eine Iterationsrunde.
07 Canvas rechts prüfen. Erste Version erscheint im rechten Bereich, der Chat bleibt links. Ein Split-Screen, der genau das richtige Tempo gibt.
08 Varianten anfordern. «Zeig mir 2–3 Alternativen.» Vergleichen ist schneller als Raten — Anthropic empfiehlt das explizit. Drei verschiedene Layouts in der Hand, dann entscheiden.
Etappe III — Verfeinern und Teilen (4 Schritte)
09 Inline-Kommentar setzen. Direkt aufs Element klicken, Änderung beschreiben. Schneller als «der Button oben rechts soll grün sein». Dieser Schritt allein spart pro Layout 10 Minuten.
10 Chat für Grosses. Struktur, Farbschema, neue Sektionen — alles Umfassende gehört in den Chat links. Faustregel: Wenn ich mehr als zwei Elemente gleichzeitig ändern will, nutze ich den Chat.
11 Version sichern. Vor grossen Umbauten hilft eine kurze Anweisung: «Save what we have and try a different approach.» Die Altversion bleibt — wichtig, wenn der nächste Prompt schiefgeht.
12 Exportieren und teilen. Oben rechts «Export». PDF zum Drucken, PPTX fürs Kollegium, HTML für Teams. Drei Klicks vom Layout zur druckfertigen Datei.
Wofür ich Claude Design im Schulalltag nutze
Acht Anwendungsfelder haben sich bei mir bewährt:
- Arbeitsblätter (A4, druckbar)
- Quiz-Prototypen (klickbar, für Vertiefungslektionen)
- Slide-Decks für Lektionen und Konvente
- Infografiken für Instagram, A4 oder Pinnwand
- Elternbriefe mit Schullogo, einheitlichem Look
- Lernspiele als Mini-Apps
- Dashboards für Noten und Absenzen
- Landing-Pages für Klassenprojekte
Was ich nicht damit baue: hochkomplexe Lehrmittel mit fünfzig Seiten — dafür sind klassische Layoutprogramme schneller. Aber alles, was zwischen einer und vier Seiten liegt, geht in Claude Design schneller als in Word.
Faustregel
Claude Design ersetzt nicht Lehrmittel. Es macht die Arbeit zwischen den Lehrmitteln schneller — die Arbeitsblätter, Quizes, Briefe und Decks, die ich sonst in Word zusammenbauen würde.
Das A4-Cheat-Sheet hängt jetzt in unserem Lehrerzimmer.