Modul 7 von 8 · Kostenloser KI-Didaktik-Kurs

Beurteilung & Verantwortung: Leistung fair sichtbar machen

Eine Beurteilung braucht nachvollziehbare Kriterien und faire Arbeitsbedingungen.

Dein LernzielDu planst einen passenden Lernnachweis mit gleichwertigem Zugang und begründeten Grenzen.

Von · 40–60 Min. als Orientierung

Was soll das Urteil bedeuten?

Bevor du ein Produkt beurteilst, kläre, welche Aussage du damit treffen möchtest. Geht es um die Qualität einer gemeinsamen Arbeit, um die eigenständige Beherrschung einer Denkhandlung oder um den reflektierten Einsatz einer Hilfe? Diese Gegenstände können zusammengehören, sind aber nicht identisch. Ein perfektes Ergebnis mit unbekannter Entstehung ist eine andere Grundlage als eine beobachtete eigenständige Anwendung. Formuliere den Anspruch der Beurteilung so eng, dass deine verfügbaren Belege ihn tatsächlich tragen.

Mehrere Spuren sinnvoll verbinden

Ein Endprodukt zeigt das Ergebnis. Eine ausgewählte Überarbeitung mit Begründung zeigt einen Entscheidungsschritt. Eine neue individuelle Aufgabe ohne KI gibt einen weiteren Einblick in selbstständiges Können. Wähle wenige passende Belege und erkläre ihren Zweck. Fordere nicht vorsorglich jede Tastatureingabe oder vollständige private Chats. Solche Daten können viel Aufwand und unnötige Einsicht in persönliche Informationen erzeugen, ohne die fachliche Aussage zu verbessern. Bei Unklarheiten ist eine sachbezogene Nachfrage oft sinnvoller als eine Vermutung über Autorschaft.

Gleichwertig bedeutet zielgleich

Wenn ein Teil der Gruppe keinen privaten KI-Zugang hat, braucht es eine gleichwertige Bearbeitungsmöglichkeit. Ein vorbereiteter Impuls kann die gleiche Vergleichshandlung ermöglichen. Ein völlig anderer Ersatzauftrag würde dagegen die Bedingungen und möglicherweise den Lerngegenstand verändern. Prüfe zudem Sprache, Lesbarkeit, assistive Hilfen und verfügbare Arbeitszeit. Zugangshilfen dürfen nicht pauschal als unzulässige Unterstützung gelten. Begründe ihre Rolle mit dem Lernziel. Was im konkreten institutionellen Prüfungsrahmen zulässig ist, muss vor Ort geklärt und vor der Bearbeitung transparent sein.

Ein Raster, das Fragen auslöst

Beschreibe Qualitätsunterschiede anhand sichtbarer Handlungen. Beim Abwägen könnte eine schwache Spur nur eine Behauptung nennen; eine tragfähigere Spur verbindet Kriterium und Beleg; eine weiterführende Spur bearbeitet zusätzlich einen ernsthaften Einwand. Das Raster hilft, genauer hinzusehen. Es beseitigt nicht jeden Ermessensspielraum. Erprobe es an zwei anonymen oder erfundenen Beispielen gemeinsam mit einer Kollegin oder einem Kollegen und besprecht Unterschiede. Im Kurs formulierst du eine eigene Beurteilungsregel und eine Zugangsregel. Die Selbstprüfung im Portfolio ist ausdrücklich deine Einschätzung und kein automatisch ausgestellter Kompetenznachweis.

Beispiel · Ein Kriterium konkret machen

Ausgangspunkt: «Die Argumentation ist gut.»

Weitergedacht: «Die Begründung verbindet ein benanntes Kriterium mit einer konkreten Fallinformation. Eine weiterführende Begründung bearbeitet zusätzlich einen relevanten Einwand.»

Die sprachliche Glätte ist dafür weder hinreichend noch zwingend. Prüfe, ob Zugangshilfen die Zielhandlung ermöglichen, ohne sie zu ersetzen.

Übertrage das Modul auf deine Lehre

Im interaktiven Lehrgang wählst du Schule, Berufsbildung, Hochschule oder Erwachsenenbildung. Du bearbeitest einen passenden Fall und hältst deine Entscheidung im eigenen Portfolio fest.

Reflexionsfrage: Welche Schlussfolgerung darfst du aus deinem Nachweis ziehen – und welche ausdrücklich noch nicht?

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Quellen und fachliche Einordnung