Eine gute KI-Aufgabe entsteht nicht dadurch, dass man eine normale Aufgabe nimmt und am Schluss noch „Nutze ChatGPT” dazuschreibt.
Das klingt banal, ist aber im Unterrichtsalltag eine der zentralen Herausforderungen. Seit generative KI für Lernende leicht zugänglich ist, reicht es nicht mehr, Aufgaben einfach um ein digitales Werkzeug zu ergänzen. Die entscheidende Frage lautet nicht: Dürfen die Lernenden KI nutzen? Die bessere Frage lautet: Welche Rolle spielt KI in dieser Aufgabe, für welches Lernziel, mit welcher Eigenleistung und mit welcher Bewertung?
Genau an dieser Stelle setzt der Orientierungsrahmen von Manuel Flick und Joscha Falck zur KI-Aufgabenkultur an. Ihre Planungsvorlage hilft, Aufgaben im KI-Zeitalter nicht aus der Perspektive des Tools zu denken, sondern aus der Perspektive der Didaktik.
Die Originalvorlage findet sich hier: KI-Didaktik: Eine Planungsvorlage zur Aufgabenkultur im KI-Zeitalter
Ich habe diesen Orientierungsrahmen für meinen Unterricht auf der Sekundarstufe 1 in eine direkt nutzbare Arbeitsfassung übersetzt. Nicht als Konkurrenz zum Original, sondern als Verdichtung für einzelne Unterrichtsaufgaben. Flick und Falck liefern den didaktischen Rahmen. Meine Version versucht, diesen Rahmen für Siebt-, Acht- und Neuntklässler:innen im konkreten Unterrichtsalltag handhabbar zu machen.
Entstanden sind drei Materialien: eine Infografik, ein kompaktes Planungsraster und ein ausführlicheres Planungsraster.
Warum KI-Aufgaben anders geplant werden müssen
Viele Aufgaben, die früher gut funktioniert haben, verändern sich durch KI grundlegend.
Eine klassische Schreibaufgabe kann heute in wenigen Sekunden von einem Sprachmodell gelöst werden. Eine Zusammenfassung, eine Erklärung, ein Vergleich, eine Argumentation, ein Lernplakat oder ein Bewerbungsschreiben, all das kann KI auf Knopfdruck produzieren. Das heisst nicht, dass solche Aufgaben wertlos geworden sind. Aber sie müssen anders geplant werden.
Die alte Logik war oft:
Ich gebe eine Aufgabe. Die Lernenden bearbeiten sie. Am Ende bewerte ich das Produkt.
Im KI-Zeitalter reicht diese Logik nicht mehr immer aus. Denn das Produkt sagt nicht automatisch genug darüber aus, was die Lernenden selbst verstanden, entschieden, geprüft oder überarbeitet haben.
Deshalb müssen wir genauer fragen:
- Was sollen die Lernenden wirklich lernen?
- Wo darf KI helfen?
- Wo soll KI bewusst nicht helfen?
- Was bleibt Eigenleistung?
- Was wird bewertet?
- Wie wird der KI-Einsatz sichtbar?
- Wie reflektieren die Lernenden ihren Arbeitsprozess?
Genau diese Klärung ist der Kern einer zeitgemässen KI-Aufgabenkultur.
Der Orientierungsrahmen von Flick & Falck
Der Orientierungsrahmen von Manuel Flick und Joscha Falck ist bewusst breiter angelegt. Er denkt KI-Aufgabenkultur nicht nur als Frage einzelner Tools, sondern als didaktischen Entscheidungsraum.
Im Zentrum steht die Frage, wie sich Aufgaben, Lernprozesse und Leistungszuschreibungen verändern, wenn generative KI im Unterricht verfügbar ist. Flick und Falck unterscheiden dabei verschiedene Perspektiven auf Lernen im KI-Zeitalter und ordnen diesen konkrete Aufgabenkategorien zu.
Besonders wichtig sind vier Kategorien:
- KI-thematisierende Aufgaben — KI wird selbst zum Gegenstand des Lernens. Lernende beschäftigen sich mit Funktionsweisen, Begriffen, Chancen, Risiken, Bias, Daten, Auswirkungen auf Gesellschaft, Berufswelt oder Fachbereiche.
- KI-integrierende Aufgaben — KI wird gezielt als Lernressource genutzt. Sie unterstützt beim Ideensammeln, Strukturieren, Recherchieren, Formulieren, Überarbeiten, Feedbackgeben oder Lernen.
- KI-reflektierende Aufgaben — Der KI-Einsatz wird selbst reflektiert. Lernende prüfen KI-Antworten, vergleichen Ergebnisse, erkennen Fehler, Verzerrungen oder Lücken und denken über ihren eigenen Lernprozess nach.
- KI-limitierende Aufgaben — KI wird bewusst begrenzt, erschwert oder ausgeschlossen. Nicht aus Technikfeindlichkeit, sondern aus didaktischen Gründen: damit bestimmte Kompetenzen sichtbar, aufgebaut oder gesichert werden können.
Dieser Rahmen ist besonders wertvoll für Fachschaften, Schulentwicklung, Fortbildungen und grössere Unterrichtsplanung. Er macht deutlich: KI-Einsatz ist keine Ja-Nein-Frage. Es geht nicht um „erlaubt” oder „verboten”, sondern um die passende didaktische Funktion.
Meine Sek-1-Arbeitsfassung
Für den Alltag in der Sekundarstufe 1 brauche ich zusätzlich eine Fassung, die sehr schnell anwendbar ist.
Wenn ich am Abend eine Aufgabe für den nächsten Tag plane, wenn ich eine bestehende Aufgabe überarbeite oder wenn ich mit Kolleg:innen über KI-Einsatz im Unterricht spreche, brauche ich eine einfache Struktur. Nicht, weil der Orientierungsrahmen von Flick und Falck zu kompliziert wäre, sondern weil einzelne Unterrichtsaufgaben im Sek-1-Alltag oft eine niedrigere Einstiegsschwelle brauchen.
Meine Arbeitsfassung übersetzt den Orientierungsrahmen deshalb in fünf direkt ausfüllbare Planungsfelder:
- Lernziel
- KI-Rolle
- Rolle der Lernenden
- Bewertungsmodus
- Reflexion
Diese fünf Felder sind keine neue Theorie. Sie sind eine praktische Arbeitsstruktur für den Unterrichtsalltag.
Meine zentrale Faustregel lautet:
Wenn ich eine KI-Aufgabe nicht in diesen fünf Planungsfeldern beschreiben kann, habe ich meist noch keine tragfähige Aufgabe, sondern erst eine Idee.
Feld 1: Lernziel
Am Anfang steht das Lernziel.
Was sollen die Lernenden nach der Aufgabe können, was sie vorher noch nicht konnten?
Das klingt selbstverständlich, wird aber gerade bei KI-Aufgaben schnell übergangen. Oft ist zuerst das Tool da, dann die Idee, dann die Aufgabe. Didaktisch sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: zuerst das Lernziel, dann die Frage, ob und wie KI dabei helfen kann.
Ein gutes Lernziel ist beobachtbar formuliert.
Nicht:
Die Lernenden verstehen Photosynthese.
Sondern:
Die Lernenden erklären in eigenen Worten, wie bei der Photosynthese aus Wasser, Kohlenstoffdioxid und Lichtenergie Traubenzucker und Sauerstoff entstehen.
Der Unterschied ist entscheidend. „Verstehen” kann ich nicht direkt sehen. Eine Erklärung, eine Begründung, ein Vergleich oder eine Anwendung kann ich beobachten.
Für KI-Aufgaben ist das besonders wichtig. Wenn das Lernziel unklar bleibt, wird auch der KI-Einsatz beliebig. Dann nutzen Lernende KI vielleicht effizient, aber nicht unbedingt lernwirksam.
Feld 2: KI-Rolle
Das zweite Feld klärt die Rolle der KI.
Für meinen Sek-1-Unterricht arbeite ich mit drei einfachen Kategorien:
KI als Werkzeug
Die Lernenden nutzen KI aktiv, zum Beispiel zum Ideensammeln, Strukturieren, Formulieren, Überarbeiten oder Prüfen.
Beispiel: Die Lernenden schreiben eine erste Version eines Bewerbungstextes und nutzen KI anschliessend, um Verbesserungsvorschläge zu erhalten.
KI als Sparringpartner
Die KI reagiert auf Gedanken, Entwürfe oder Fragen der Lernenden. Sie stellt Rückfragen, fordert Begründungen ein oder hilft beim Weiterdenken.
Beispiel: Die Lernenden erklären der KI den Verdauungstrakt. Die KI stellt Rückfragen, wenn etwas unklar, unvollständig oder fachlich ungenau ist.
KI als Materialquelle
Die KI liefert einen Text, eine Erklärung, ein Beispiel oder eine Lösung, die von den Lernenden geprüft, verglichen oder verbessert wird.
Beispiel: Die KI erzeugt eine Erklärung zur Photosynthese. Die Lernenden markieren korrekte Aussagen, ungenaue Formulierungen und fehlende Aspekte.
Diese Dreiteilung ist bewusst einfach. Sie ersetzt nicht die differenziertere Systematik von Flick und Falck, sondern macht sie für einzelne Sek-1-Aufgaben schneller greifbar.
Die Frage lautet nicht nur: „Nutzen wir KI?” Die Frage lautet: „Wozu ist KI in dieser Aufgabe da?”
Wenn diese Rolle nicht geklärt ist, entstehen schnell problematische Aufgaben. Entweder wird KI zur Abkürzung, weil Lernende nur übernehmen. Oder KI wird vorsorglich verboten, obwohl sie als Lernressource sinnvoll gewesen wäre.
Feld 3: Rolle der Lernenden
Das dritte Feld fragt nach der Eigenleistung.
Was tun die Lernenden konkret?
Das ist bei KI-Aufgaben zentral. Denn wenn KI Texte formulieren, Lösungen vorschlagen und Erklärungen erzeugen kann, muss die Aufgabe sichtbar machen, was die Lernenden selbst leisten.
Typische Tätigkeiten sind:
- formulieren
- vergleichen
- prüfen
- begründen
- überarbeiten
- dokumentieren
- präsentieren
- reflektieren
Für einzelne Aufgaben reichen meist zwei bis drei zentrale Tätigkeiten. Wird es mehr, zerfällt die Aufgabe schnell.
Wichtig ist die Passung zur KI-Rolle. Wenn KI als Werkzeug eingesetzt wird, müssen die Lernenden mehr tun als nur übernehmen. Sie müssen auswählen, prüfen, verändern, begründen oder reflektieren. Wenn KI als Materialquelle dient, müssen die Lernenden das Material kritisch bearbeiten. Wenn KI als Sparringpartner eingesetzt wird, müssen die Lernenden auf Rückfragen reagieren und ihre eigenen Gedanken weiterentwickeln.
Eine gute KI-Aufgabe macht Eigenleistung sichtbar.
Nicht nur das Endprodukt zählt, sondern auch der Weg dorthin: erste Fassung, Prompt, KI-Antwort, Überarbeitung, Begründung, Reflexion.
Feld 4: Bewertungsmodus
Das vierte Feld klärt die Bewertung.
Was wird bewertet? Und wie passt diese Bewertung zum Lernziel?
Gerade bei KI-Aufgaben ist das entscheidend. Wenn Lernende KI nutzen dürfen, aber am Ende so bewertet werden, als hätten sie alles allein erstellt, entsteht ein Problem. Wenn KI verboten ist, aber nicht geklärt wird, warum und wie das überprüft wird, entsteht ebenfalls ein Problem.
Für die Sekundarstufe 1 arbeite ich meist mit drei Varianten:
Prozessbewertung
Der Lernweg zählt mit. Bewertet werden zum Beispiel erste Entwürfe, KI-Dialoge, Überarbeitungen, Begründungen oder Reflexionen.
Diese Variante eignet sich besonders, wenn Lernende den Umgang mit KI lernen sollen.
Produktbewertung mit KI-Erlaubnis oder KI-Pflicht
Das Endprodukt zählt, KI darf aber gezielt genutzt werden. Dann muss klar sein, welche KI-Nutzung erlaubt ist und wie sie offengelegt wird.
Diese Variante eignet sich für Aufgaben, bei denen KI als Werkzeug sinnvoll integriert ist.
Produktbewertung ohne KI
Die Leistung wird ohne KI erbracht. Das kann didaktisch sinnvoll sein, wenn bestimmte Kompetenzen individuell sichtbar werden sollen, zum Beispiel in einer Prüfungssituation, beim Grundlagentraining oder bei einer analogen Sicherung.
Wichtig ist: KI-Begrenzung ist nicht automatisch rückwärtsgewandt. Sie kann didaktisch sehr sinnvoll sein, wenn sie transparent begründet wird.
Der Bewertungsmodus muss zum Lernziel passen. Wenn Lernziel, KI-Rolle, Eigenleistung und Bewertung nicht zusammenpassen, entsteht Frust. Dann wissen Lernende nicht, worauf es eigentlich ankommt.
Feld 5: Reflexion
Das fünfte Feld ist die Reflexion.
Wie denken die Lernenden über ihren KI-Einsatz nach?
Reflexion wird schnell gross und kompliziert gemacht. Für die Sekundarstufe 1 reichen oft drei kurze Diagnosefragen:
- Wo hat mir die KI wirklich geholfen?
- Wo hat sie mir Arbeit abgenommen, die ich besser selbst gemacht hätte?
- Was habe ich heute gelernt, über das Thema und über meine eigene Arbeitsweise?
Diese Fragen sind einfach, aber wirkungsvoll.
Sie helfen Lernenden zu erkennen, dass KI-Nutzung nicht automatisch gut oder schlecht ist. Entscheidend ist, wie sie genutzt wird. Unterstützt KI das Denken? Oder ersetzt sie es? Hilft sie beim Lernen? Oder nimmt sie genau jene Anstrengung weg, die für das Lernen wichtig gewesen wäre?
Gerade hier liegt ein grosser didaktischer Wert. KI-Kompetenz entsteht nicht nur durch Nutzung, sondern durch bewusste Nutzung.
Beispiel aus dem Biologieunterricht
Ein Beispiel aus der 8. Klasse Biologie: Verdauung.
Lernziel
Die Lernenden erklären in eigenen Worten, wie der menschliche Verdauungstrakt arbeitet, vom Mund bis zum Dickdarm.
KI-Rolle
KI als Sparringpartner.
Die Lernenden schreiben zuerst selbst eine Erklärung. Anschliessend geben sie ihre Erklärung der KI mit dem Auftrag, Rückfragen zu stellen, wenn etwas unklar, unvollständig oder fachlich ungenau ist.
Rolle der Lernenden
Die Lernenden formulieren eine erste Erklärung, beantworten die Rückfragen der KI und überarbeiten anschliessend ihre Erklärung.
Bewertungsmodus
Prozessbewertung. Abgegeben werden:
- die erste eigene Erklärung
- der KI-Dialog
- die überarbeitete Endfassung
- eine kurze Reflexion
Reflexion
Am Ende beantworten die Lernenden drei Fragen:
- Wo hat mir die KI geholfen?
- Wo hätte ich genauer selbst denken müssen?
- Was verstehe ich jetzt besser als vorher?
In dieser Aufgabe schreibt die KI nicht einfach die Lösung. Sie unterstützt den Lernprozess. Die Lernenden müssen zuerst selbst formulieren, danach reagieren, prüfen und überarbeiten. Genau darin liegt die Eigenleistung.
Differenzierung über Prompts
Ein zusätzlicher Baustein meiner Sek-1-Arbeitsfassung ist die Differenzierung über Prompts.
Die Grundaufgabe bleibt gleich, aber der Grad an Unterstützung verändert sich.
Niveau 1: Vorbereiteter Prompt
Die Lernenden erhalten einen fertigen Prompt. Sie konzentrieren sich auf Inhalt, Verstehen und Überarbeitung.
Beispiel:
Lies meine Erklärung zum Verdauungstrakt. Stelle mir drei Rückfragen, wenn etwas unklar, unvollständig oder fachlich ungenau ist. Gib mir keine fertige Lösung.
Niveau 2: Anpassbarer Prompt
Die Lernenden erhalten einen Prompt mit Lücken oder Varianten. Sie passen ihn an ihre Erklärung oder ihr Thema an.
Niveau 3: Eigener Prompt mit Begründung
Die Lernenden entwickeln den Prompt selbst und begründen, warum sie ihn so formuliert haben.
Diese Differenzierung ist einfach, aber wirksam. Alle arbeiten an derselben Aufgabe, aber nicht alle brauchen gleich viel Struktur.
Was gegenüber dem Original verändert wurde
Die Originalvorlage von Flick und Falck ist als didaktischer Orientierungs- und Planungsrahmen angelegt. Sie denkt KI-Aufgabenkultur bewusst breiter: über verschiedene Lernperspektiven und über vier Aufgabenkategorien, nämlich KI-thematisierende, KI-integrierende, KI-reflektierende und KI-limitierende Aufgaben.
Meine Sek-1-Fassung ist keine Alternative zu diesem Rahmen, sondern eine Arbeitsfassung für einzelne Unterrichtsaufgaben. Ich nutze die Vorarbeit von Flick und Falck als Grundlage und übersetze sie in fünf direkt ausfüllbare Planungsfelder: Lernziel, KI-Rolle, Rolle der Lernenden, Bewertungsmodus und Reflexion.
Nicht 1:1 übernommen habe ich die ganze Systematik des Originals. Die Lernperspektiven und Aufgabenkategorien bleiben fachlicher Hintergrund, werden im Raster aber nicht vollständig abgefragt. Für einzelne Aufgaben in der Sek 1 brauche ich zuerst eine klare Planungslogik:
- Was sollen die Lernenden lernen?
- Wozu dient KI?
- Was tun die Lernenden selbst?
- Was wird bewertet?
- Wie wird der KI-Einsatz reflektiert?
Ergänzt habe ich vor allem drei Konkretisierungen für den Unterrichtsalltag:
- eine einfache Dreiteilung der KI-Rolle als Werkzeug, Sparringpartner oder Materialquelle
- den Bewertungsmodus als eigenes Entscheidungsfeld
- eine Niveaudifferenzierung über Prompts
So bleibt der Orientierungsrahmen erhalten, wird aber für einzelne Sek-1-Aufgaben schneller nutzbar.
Drei Materialien für die Praxis
Zu dieser Sek-1-Arbeitsfassung stelle ich drei Materialien zur Verfügung.
1. Die Infografik
Die Infografik zeigt, wie meine Sek-1-Arbeitsfassung aus dem Orientierungsrahmen von Flick und Falck hervorgeht.
Wichtig war mir dabei: Die didaktische Vorarbeit der beiden bleibt sichtbar. Meine Fassung ist keine Konkurrenz zum Original, sondern eine Verdichtung für einzelne Unterrichtsaufgaben.
2. Das kompakte Planungsraster
Das kompakte Planungsraster ist für die schnelle Unterrichtsplanung gedacht. Eine Seite, fünf Felder:
- Lernziel
- KI-Rolle
- Rolle der Lernenden
- Bewertungsmodus
- Reflexion
Es eignet sich, wenn eine bestehende Aufgabe schnell geschärft oder eine neue Aufgabe grob geplant werden soll.
3. Das ausführlichere Planungsraster
Das ausführlichere Planungsraster ist für Aufgaben gedacht, bei denen man genauer planen möchte.
Es eignet sich besonders für:
- grössere Unterrichtssequenzen
- Fachschaftsgespräche
- gemeinsame Unterrichtsentwicklung
- erste eigene KI-Aufgaben
- Aufgaben mit Bewertung
- differenzierte Settings
Beide Raster sind direkt ausfüllbar und können für die eigene Planung angepasst werden.
Fazit
KI verändert nicht nur die Werkzeuge im Unterricht. KI verändert die Aufgaben selbst.
Deshalb brauchen wir keine schnellen Tool-Rezepte, sondern bessere didaktische Klärung. Der Orientierungsrahmen von Flick und Falck leistet dafür eine wichtige Grundlage. Er hilft, KI-Aufgabenkultur nicht als Verbots- oder Erlaubnisfrage zu behandeln, sondern als didaktischen Entscheidungsraum.
Meine Sek-1-Arbeitsfassung versucht, diesen Gedanken in den Unterrichtsalltag zu übersetzen.
Für mich bleibt die zentrale Frage:
Unterstützt KI in dieser Aufgabe das Lernen, oder ersetzt sie genau jene Denkarbeit, die eigentlich gelernt werden soll?
Wenn diese Frage ernst genommen wird, entstehen bessere Aufgaben. Nicht spektakulärere Aufgaben. Nicht digitalere Aufgaben. Sondern klarere Aufgaben.
Und genau darum geht es.
Download
Beide Planungsraster (kompakt + ausführlich) in einer PDF-Datei. Klick auf eine Vorschau lädt das PDF direkt.
Planungsvorlagen KI-Aufgabe Sek 1 — PDF herunterladen
Lizenz der adaptierten Materialien: CC BY-SA 4.0 — Lucca Spohn.
Grundlage / Originalvorlage: Manuel Flick & Joscha Falck, KI-Didaktik: Eine Planungsvorlage zur Aufgabenkultur im KI-Zeitalter.
