Digital heisst noch nicht zugänglich.
Das Schulbuch ist digital. Damit ist noch nicht geklärt, wer damit arbeiten kann.
Von Lucca Spohn · 2026-10-09

Eine Erklärung kann verständlich sein und eine Aufgabe trotzdem unerreichbar: etwa wenn jemand die Bedienung mit der Tastatur braucht oder eine mathematische Darstellung vom Screenreader nicht sinnvoll vorgelesen wird.
Eine neue Übersicht zur Forschung über digitale Mathematik- und Geografieschulbücher zeigt, wie wenig selbstverständlich diese Prüfung ist. Von 78 untersuchten Publikationen sprechen 23 Zugänglichkeit überhaupt an. Häufig geht es dabei um verständliche Darstellungen und unterschiedliche Lernbedürfnisse. Technische Anforderungen und die Zusammenarbeit mit Hilfsmitteln kommen deutlich seltener vor.
Die Zahl beschreibt die Forschung, nicht den Anteil barrierefreier Schulbücher. Auch die beiden Fächer sind ungleich vertreten: 73 Arbeiten betreffen Mathematik, nur fünf Geografie. Daraus lässt sich keine Rangliste der Fächer machen.
Bei der Auswahl eines digitalen Lehrmittels würde ich deshalb eine konkrete Aufgabe mit den benötigten Hilfsmitteln durchgehen. Lässt sie sich erreichen, lesen, bearbeiten und abgeben?
Eine schöne Bildschirmansicht beantwortet diese Fragen nicht. Sie gehören zur Auswahl des Lehrmittels, bevor einzelne Lernende damit allein vor einer Hürde sitzen.
Quellen & Recherchestand
Recherchiert: 2026-10-09
- Research foci, design features, and accessibility challenges in digital mathematics and geography textbooks: a scoping review
Veröffentlicht: 2026-10-08 · Erhebung: Publikationen bis einschliesslich2025; letzte Literatursuche25.02.2026