KI weg. Was bleibt?
Die KI hilft beim Rechnen. Was passiert bei der nächsten Aufgabe ohne sie?
Von Lucca Spohn · 2026-10-13

Genau dieser Übergang interessiert mich. Solange eine Hilfe offen ist, sehen wir eine Leistung mit Hilfe. Ob jemand danach selbst weiterkommt, müssen wir gesondert prüfen.
In einem US-Onlineversuch bearbeitete eine Gruppe Bruchaufgaben mit KI-Zugang, eine zweite ohne KI. Danach verschwand die Hilfe. Beide Gruppen lösten dieselben drei neuen Aufgaben allein. Die Gruppe mit vorherigem KI-Zugang löste im Mittel 71 Prozent richtig, die Vergleichsgruppe 77 Prozent.
Das ist ein kleiner Unterschied. Aber er zeigt, warum ein gut ausgefülltes Aufgabenblatt noch kein ausreichender Lernnachweis ist.
Die Versuchsanordnung zählt: Die KI konnte auf Wunsch komplette Lösungen liefern. Getestet wurde unmittelbar danach, mit online rekrutierten Personen statt einer Schulklasse. Was Stunden oder Wochen später bleibt, wissen wir daraus nicht. Auch häufigeres Überspringen war in diesem grösseren Mathematikversuch statistisch nicht gesichert. «KI macht uns ausdauerlos» wäre mir als Fazit zu bequem.
Für den Unterricht ziehe ich eine konkrete Konsequenz: Nach einer Aufgabe mit KI-Hilfe folgt eine verwandte Aufgabe, bei der die Lernenden ihren Lösungsweg selbst entwickeln. So wird sichtbar, wo sie noch Unterstützung brauchen. Die Hilfe einfach abzuschalten und den Unterschied zu benoten, wäre die falsche Antwort.
Quellen & Recherchestand
Recherchiert: 2026-10-13
- AI Assistance Reduces Persistence and Hurts Independent Performance — v5
Veröffentlicht: 2026-04-06 · Erhebung: nicht angegeben
- Using AI for just 10 minutes erodes your ability to persist at hard things
Veröffentlicht: 2026-10-09 · Erhebung: nicht angegeben