Kurz geladen. Lernen unterbrochen.
Die Aufgabe ist gut. Die Klasse wartet auf den Ladebalken.
Von Lucca Spohn · 2026-10-09

Beim Prüfen einer Lernplattform schauen wir auf Aufgaben, Erklärungen und Rückmeldungen. Wie flüssig sie im Schulnetz läuft, verdient dieselbe Aufmerksamkeit.
Eine neue Studie zeigt, weshalb: Schon Ladepausen von 1–2 Sekunden gingen in zwei grossen Datensätzen mit weniger Lernaktivität und ungünstigeren Ergebnissen einher. Untersucht wurden 26 707 Lernende beim Online-Mathematiklernen in den USA und 55 184 angehende Programmierende, überwiegend in Lateinamerika. Bei längeren Ladezeiten schlossen sie weniger Aufgaben beziehungsweise Lektionen ab.
Die Forschenden verglichen Veränderungen innerhalb derselben Personen. Sie teilten die Ladezeiten in diesen beiden Feldstudien aber nicht zufällig zu. Daraus lässt sich weder eine feste Schadensquote noch eine Sekundengrenze für jede Klasse ableiten.
Ich würde eine Plattform deshalb dort testen, wo sie später laufen muss: im Schulnetz, auf den vorhandenen Geräten und mit vielen gleichzeitigen Zugriffen. Eine flüssige Vorführung auf dem Laptop der Anbieter reicht mir als Entscheidungsgrundlage nicht.
Wenn die Klasse ständig wartet, gehört das in die Beurteilung des Werkzeugs. Auch wenn die Aufgaben auf dem Bildschirm gut aussehen.
Quellen & Recherchestand
Recherchiert: 2026-10-09
- Microdelays disrupt online learning
Veröffentlicht: 2026-10-08 · Erhebung: ASSISTments: 18.09.–18.12.2024. freeCodeCamp: Hauptanalyse 04.07.–04.09.2023; ergänzend 04.05.–04.09.2023.
- Microdelays disrupt online learning – Reporting Summary
Veröffentlicht: nicht angegeben · Erhebung: Datensatz 1: 18.09.–18.12.2024; Datensatz 2: 04.05.–04.09.2023, Hauptanalysen mit Zweimonatsfenster.
- Microdelays disrupt online learning – Supplementary Information
Veröffentlicht: nicht angegeben · Erhebung: nicht angegeben