Material genannt. Material genutzt?
Im Unterrichtsplan steht das Material. Auf dem Tisch liegt es noch lange nicht.
Von Lucca Spohn · 2026-10-09

Papierstreifen, Würfel, ausgeschnittene Formen: Man kann gut begründen, warum sie in eine Mathelektion gehören. Ob sie dort tatsächlich zum Einsatz kommen, ist eine andere Frage.
Eine neue Studie aus einem Distrikt in Ghana hat beides angeschaut. Von 97 befragten Mathematiklehrpersonen berichteten je nach Thema rund 86 bis 97 Prozent, Material einzusetzen. Bei den Unterrichtsbesuchen nutzten es zwei von 16 beobachteten Lehrpersonen.
Diese Zahlen sind kein Lügennachweis. Gefragt wurde nach der Nutzung bei ganzen Themen, beobachtet jeweils nur eine Lektion. Auch die kleine Auswahl bildet nicht den gesamten Unterricht ab. In Interviews nannten Lehrpersonen fehlendes Material und Zeit als Hindernisse.
Mich interessiert daran, woran wir Unterrichtsentwicklung festmachen. Ein ausgefüllter Plan kann sauber aussehen, während die praktische Hürde bleibt. Wer Materialeinsatz fördern will, sollte mit Lehrpersonen an einer konkreten Lektion klären, was bereitliegt, was vorbereitet werden muss und wo es im Ablauf gebraucht wird.
Die Studie beschreibt einen lokalen Befund, keine Quote für unsere Schulen.
Quellen & Recherchestand
Recherchiert: 2026-10-09
- Curriculum expectation and classroom reality in manipulative use by JHS mathematics teachers in Amansie Central Ghana
Veröffentlicht: 2026-10-09 · Erhebung: Schuljahr 2024–2025; Befragung und Beobachtungen im selben Term; genaue Kalendertage unbekannt