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Textaufgabe ist nicht automatisch Denkaufgabe

Eine lange Matheaufgabe kann erstaunlich wenig Denken verlangen.

Von Lucca Spohn · 2026-10-09

Eine Bleistiftzeichnung ordnet drei Fälle beim Aufgabenstellen ein. Unlösbar: Ein Weg bricht ab; Notwendige Angaben fehlen oder widersprechen sich. Routine: Ein gerader Weg führt vom Start zum Ziel; der Lösungsweg ist schon bekannt. Problem: Verschiedene Wege führen zu einem klaren Ziel; der Weg muss erst gefunden werden. Darunter steht: Entscheidend ist das Vorwissen. Die Einordnung gilt für die jeweiligen Lernenden. Schematische Auswahl nach Owens und Nolan vom 09.10.2026, keine Häufigkeiten. Titel: Textaufgabe ist nicht gleich Denkaufgabe. Originalmarke oben rechts.
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Eine Geschichte, drei Namen, ein paar Zahlen. Und am Ende steht doch nur die Rechnung, die vorher schon geübt wurde. Das kann zum Festigen sinnvoll sein. Für Problemlösen reicht es nicht automatisch.

Eine neue Untersuchung aus Irland hat Aufgaben von angehenden Mathematiklehrpersonen geprüft. Viele waren mit einem bekannten Verfahren lösbar oder liessen sich wegen ihrer Formulierung gar nicht lösen. Eine gute Problemaufgabe zu stellen, erwies sich selbst als anspruchsvolle Arbeit.

Die Grafik zeigt eine vereinfachte Unterscheidung daraus. Entscheidend ist, was die jeweiligen Lernenden bereits können: Für die eine Person ist der Weg bekannt, die andere muss ihn erst finden. Fehlende Angaben machen eine Aufgabe dagegen nicht einfach anspruchsvoller.

Bevor ich eine Aufgabe als «Problemlösen» einordne, würde ich sie deshalb aus Sicht der Lernenden durchgehen: Welche Entscheidung müssen sie wirklich selbst treffen? Wenn nur Zahlen in ein bekanntes Verfahren eingesetzt werden, sollte das Lernziel auch so heissen.

Untersucht wurden zwei Kohorten an einer irischen Universität. Daraus folgt kein Urteil über alle Lehrpersonen und kein gemessener Lerngewinn bei Schulklassen.

Quellen & Recherchestand

Recherchiert: 2026-10-09