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Ein neuer UNESCO-IITE-Bericht vergleicht Kompetenzrahmen für Lehrpersonen. Er gibt Anlass zu einer konkreten Frage: Welche Entscheidungen sollen wir nach einer KI-Weiterbildung besser treffen können?

Quellenbasis: Veröffentlichungen eines gemeinsamen Herausgebers.

Was der neue Bericht aufgreift

UNESCO IITE stellte Ende September 2026 einen Bericht zu KI-Kompetenzrahmen für Lehrpersonen vor. Er analysiert 36 nationale, institutionelle und wissenschaftliche Rahmen. Im Mittelpunkt stehen ihre Inhalte, die Umsetzung und die Frage, wie Kompetenzen beurteilt werden können. Das ist eine Bestandsaufnahme von Orientierungsmodellen, keine Interventionsstudie über Unterrichtserfolg. Zur offiziellen Veröffentlichung.

Der Bericht gibt Anlass, die eigene Weiterbildung anders zu planen: Wenn wir KI-Weiterbildung planen, sollten wir zuerst beschreiben, was Lehrpersonen anschliessend beurteilen können sollen. Eine Sammlung von Funktionen gibt darauf noch keine Antwort. Sie kann zeigen, welche Möglichkeiten ein Werkzeug bietet. Die pädagogische Entscheidung muss zusätzlich begründet werden.

Die Frage richtet sich an die Lehrpersonen

Der UNESCO-Rahmen von 2024 beschreibt 15 Kompetenzen in fünf Dimensionen: eine menschenzentrierte Haltung, KI-Ethik, Grundlagen und Anwendungen, KI-Pädagogik sowie KI für die berufliche Weiterentwicklung. Drei Entwicklungsstufen strukturieren den Rahmen. Schon diese Breite macht deutlich, dass Bedienwissen darin nur ein Bestandteil ist. Zum UNESCO-Kompetenzrahmen.

Daraus lassen sich für die Planung einer Weiterbildung drei Leitfragen ableiten: Verstehe ich das Werkzeug? Kann ich seinen Einsatz begründen? Übernehme ich Verantwortung für die Entscheidung? Diese Fragen ersetzen den UNESCO-Rahmen nicht. Sie übersetzen die Diskussion in eine erste Orientierung für den Schulalltag.

Drei redaktionelle Leitfragen zur KI-Kompetenz: Verstehen, Entscheiden, Verantworten.
Redaktionelle Übersicht. Quellen und Grenzen sind im Artikel erläutert.

Eine Lehrperson kann beispielsweise eine überzeugend formulierte Rückmeldung der KI betrachten und trotzdem entscheiden, sie nicht unverändert weiterzugeben. Entscheidend ist ihre Begründung: Welche Beobachtung stützt die Rückmeldung? Passt sie zur Aufgabe? Was müsste am Schülertext zuerst genauer gelesen werden? Das sind vorgeschlagene Prüffragen, keine im Bericht getestete Unterrichtsmethode.

Genau an solchen Begründungen könnte eine Weiterbildung ansetzen. Teilnehmende würden nicht nur zeigen, dass sie einen Prompt anpassen können. Sie würden erklären, weshalb sie einen Vorschlag übernehmen, verändern oder verwerfen. Auch ein begründeter Verzicht auf KI könnte dabei eine fachlich gute Entscheidung sein.

Auf dieser Website gibt es bereits eine Einordnung dazu, wie Lernende ihre Denkleistung sichtbar machen können. Hier geht es um eine andere Ebene: die professionelle Urteilsfähigkeit der Lehrperson und die Frage, wie Weiterbildung diese stärken soll. Ein Kompetenzrahmen für Schüler:innen kann diese Aufgabe nicht einfach übernehmen.

Was das für Weiterbildung heisst

Ein sinnvoller Arbeitsauftrag für ein Kollegium könnte lauten: Bringt eine wiederkehrende Entscheidung aus eurem Unterricht mit, bei der KI eine Rolle spielen könnte. Beschreibt zuerst das Problem. Prüft danach ein Werkzeug daran. So bleibt sichtbar, welcher Bedarf den Einsatz begründet.

Das lässt sich ohne neues Kompetenzraster mit Dutzenden Kästchen beginnen. Hilfreich wäre eine kleine Sammlung dokumentierter Entscheidungen: ein Beispiel, bei dem KI unterstützt; eines, bei dem die Qualität nicht reicht; eines, bei dem die Lehrperson bewusst selbst arbeitet. Die Sammlung hätte einen Wert, wenn die Gründe nachvollziehbar sind. Die Zahl der verwendeten Programme wäre dafür kein geeigneter Ersatz.

Für Schulleitungen ergibt sich daraus eine weitere Frage: Welche gemeinsamen Bedingungen braucht das Kollegium, um solche Entscheidungen treffen zu können? Ein Fortbildungstag allein beantwortet weder Zuständigkeiten noch die Auswahl von Werkzeugen. Gemeinsame Absprachen müssten zum tatsächlichen Schulkontext passen und bei neuen Anforderungen überprüft werden. Das ist ein Vorschlag zur Schulentwicklung, keine Aussage darüber, welche Regeln an einer bestimmten Schule bereits gelten.

Was offenbleibt

Ein Rahmen kann Ziele sortieren. Ob eine konkrete Weiterbildung diese Ziele erreicht und ob sich daraus besseres Lernen ergibt, muss gesondert untersucht werden. Auch ein sauber formuliertes Raster ersetzt keinen Blick auf die tatsächlichen Entscheidungen im Unterricht.

Die Leitfrage für die nächste KI-Weiterbildung wäre deshalb: Welche Entscheidung treffen wir danach besser – und woran würden wir das erkennen? Wer darauf eine klare Antwort hat, kann auch die passenden Werkzeuge gezielter auswählen.

Quellen und Stand

Grundlage sind die offizielle Publikationsbeschreibung von UNESCO IITE zum Bericht von 2026 und die UNESCO-Beschreibung des Kompetenzrahmens von 2024. Der neue Bericht wurde am 28. September angekündigt, die Publikationsseite datiert vom 29. September 2026. Abgerufen am 5. Oktober 2026. Die drei Leitfragen und Weiterbildungsvorschläge sind eigene redaktionelle Ableitungen, keine offizielle Kurzfassung oder nachgewiesen wirksame Intervention.